Sachsen empfiehlt sich in Berlin als Standort für das Einstein Telescope (mit Video)

Sachsen empfiehlt sich in Berlin als Standort für das Einstein Telescope (mit Video)
06. März 2026
Veranstaltungen

Am 05. März 2026 hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen hochrangig besetzten Themenabend in der Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund eröffnet – im Beisein der Präsidentin der Region Sardinien Alessandra Todde und Italiens Botschafter Fabrizio Bucci. Im Fokus stand die wissenschaftlich fundierte Bewerbung der Lausitz als Standort für das Einstein Telescope. 

Männlich gelesene Person spricht in ein Mikrofon vor einer Gruppe von Menschen.

Sachsen unterstreicht seine Pläne, mit dem Einstein Telescope eines der ambitioniertesten europäischen Forschungsinfrastrukturprojekte der kommenden Jahrzehnte in den Freistaat zu holen. Rund 200 Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten die Bedeutung des Projektes für Forschung, Innovation und internationale Zusammenarbeit sowie die Chancen für Ostdeutschland.

"Die gesamte Welt der Physik träume seit langem davon, ein Einstein-Teleskop zu bauen, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer bei der Eröffnung. »Aber die Technologie dafür fehlte bisher. Jetzt sind wir so weit." Er plädiert für ein wissenschaftsgeleitetes Verfahren, um den besten Standort und um das beste Konzept zu finden. »Es wird dieses Experiment nur einmal auf der Welt geben, weil es so teuer ist."

Das Einstein Telescope bringt internationale Spitzenwissenschaft in die Lausitz und verankert die Region dauerhaft auf der europäischen Forschungslandkarte. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wollen wir das Observatorium in den kommenden Jahren bauen. So schaffen wir neue Wertschöpfung, stärken die Region im Strukturwandel und eröffnen gerade jungen Menschen neue und langfristige Perspektiven", betonte Astroteilchenphysiker Christian Stegmann.

„Der Lausitzer Granit bietet außergewöhnliche Stabilität und Homogenität. Das sind ideale Voraussetzungen für ein unterirdisches Observatorium, wie man sie nur selten auf der Welt findet. Zusammen mit der Forschungsinfrastruktur und der ausgewiesenen Expertise am Standort entsteht ein wissenschaftlich belastbares Gesamtpaket. Damit qualifiziert sich die Lausitz als Kandidatin im europäischen Wettbewerb um das Einstein Telescope", stellte Geophysiker Andreas Rietbrock die besondere Eignung der Region vor.

Christian Stegmann und Andreas Rietbrock leiten gemeinsam die Machbarkeitsstudie für das zukünftige Einstein Telescope im Granitstock der Lausitz.

Gruppe von männlich und weiblich gelesenen Personen steht um einen Granitbohrkern.
Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Publikum. Eine weiblich gelesene Person hält ein Mikrofon in der Hand und spricht hinein.

Auf dem Podium hoben Heike Graßmann (Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus), Ursula Staudinger (Technische Universität Dresden) und Frank Bösenberg (Silicon Saxony) das wissenschaftliche Potenzial und die Innovationschancen für die Region hervor. Welche hohe Bedeutung das Projekt auch für überregionale Entwicklungen hat, betonte Harald Lück, Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik und an der Leibniz Universität Hannover. Lück ist einer der Initiatoren des Einstein Telescope Projekts und engagiert sich international für dessen Umsetzung.

Alessandra Todde, Präsidentin der Region Sardinen, unterstrich die europäische Perspektive des Projekts. Sardinen bewirbt sich ebenso wie Sachsen um das Einstein Telescope. Am 12. Januar 2026 hatten Todde und der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Beisein von Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die wissenschaftliche Zusammenarbeit beider Standortkandidaten zu vertiefen.