Sieben Standorte messen den Untergrund der Oberlausitz
Die seismischen Untersuchungen für das Einstein Telescope in der Oberlausitz bauen auf einem Messnetz auf, das zu den größten seiner Art in Europa zählt. An sieben Standorten im Landkreis Bautzen werden inzwischen rund um die Uhr Bodenbewegungen erfasst - an der Oberfläche und in rund 240 Metern Tiefe. Zwei weitere Bohrungen sind für November und Dezember 2026 geplant.
Wie ruhig ist der Untergrund der Oberlausitz? Um das herauszufinden, messen Seismometer selbst kleinste Bodenbewegungen. Sie erfassen das sogenannte seismische Hintergrundrauschen. Dazu tragen natürliche Einflüsse wie Wind und Wetter ebenso bei wie menschliche Aktivitäten, etwa Verkehr, Landwirtschaft oder technische Anlagen.
An allen sieben Standorten kommen Messgeräte an der Oberfläche und in rund 250 Metern Tiefe zum Einsatz. Die Daten ermöglichen es, Bodenbewegungen in unterschiedlichen Tiefen zu vergleichen und die seismischen Bedingungen vor Ort genauer zu untersuchen. Die beiden zuletzt eingerichteten Stationen wurden am 30. September 2026 installiert. Ihre Messdaten sollen in den kommenden Wochen online verfügbar sein.
Das Messnetz soll weiter wachsen: Im November und Dezember 2026 beginnen die Bohrarbeiten für zwei weitere Messstandorte. Damit wird die Datengrundlage für die Bewertung der seismischen Bedingungen in der Region weiter ausgebaut.
Für das geplante Einstein Telescope ist ein möglichst ruhiger Untergrund von großer Bedeutung. Die kontinuierlichen Messungen helfen dabei, die seismischen Eigenschaften der Oberlausitz zu erfassen und verschiedene Störeinflüsse einzuordnen. Erst die langfristige Auswertung der Messdaten zeigt, wie ruhig und stabil der Untergrund ist - also wie stark die seismischen Bedingungen im Tages- und Jahresverlauf schwanken und ob sich über die Jahre Veränderungen abzeichnen.